Auf den Plätzen zwei und drei folgen Faustballerin Mara Zastrow und Turner Laurin Stelbe. Die Siegerehrung fällt wegen der Corona-Krise leider aus. Von den rund 4.400 abgegebenen Stimmen bei der Online-Abstimmung erhielt Mirja Krohne mehr als 1000 Stimmen. Das entspricht rund 25 Prozent. Damit sicherte sich die Voltigiererin vom RV Fredenbeck mit deutlichem Abstand Platz eins. Auch bei der Jury-Wertung lag sie vorn. Die Endplatzierung setzt sich aus den beiden Wertungen zusammen. Als Preis erhält Krohne eine finanzielle Förderung von 1500 Euro.

„Mirja ist für ihr Alter extrem fokussiert und sehr fleißig“, sagt Trainerin Gesa Bührig über die Elfjährige. Als Obermann in der ersten Mannschaft gewann Krohne unter anderem 2018 und 2019 das wichtigste Turnier Deutschlands, den CHIO in Aachen. Das „Mary“, wie Krohne genannt wird, Talent hat, erkannte Bührig auf Anhieb, als sie mit ihrem ehemaligen Verein RV Engelschoff für ein Training in Fredenbeck war.

Krohne trainiert zu Hause ohne Pferd

Dieses Jahr wollte Krohne ursprünglich Ende Juli mit der Mannschaft an der Weltmeisterschaft in Schweden teilnehmen. Wegen der aktuellen Corona-Krise sei die Austragung derzeit ungewiss. Alle Sichtungsturniere im Vorfeld sind bereits abgesagt. Der CHIO wurde in den Oktober verlegt. Trainieren kann Krohne derzeit nur zu Hause ohne Pferd. Aktuell steht bei Krohne das Voltigieren in der Gruppe im Vordergrund. Dies werde sich in den kommenden Jahren ändern. „Wir wissen nicht, wie lange sie noch Obermann sein kann. Aufgrund ihres Wachstums werde sie in den nächsten zwei Jahren dafür nicht mehr infrage kommen“, sagt Bührig. Stattdessen werde sich Krohne dann auf das Einzel konzentrieren. Langfristig traut Bührig ihr aber zu, sich in der ersten Mannschaft zu etablieren. „Sie hat die richtige Einstellung.

„Talent allein reicht nicht. Mara hat auch den nötigen Ehrgeiz“

Mara Zastrow vom SV Düdenbüttel bekam die zweitmeisten Online-Stimmen und schob sich damit auf Platz zwei, sie gewinnt 1000 Euro. Das Talent bekam die 18-Jährige in die Wiege gelegt. Mutter Danja spielte ebenfalls erfolgreich für den SVD. „Doch Talent allein reicht nicht. Mara hat auch den nötigen Ehrgeiz“, sagt Trainerin Sandra Feick. Mara Zastrow setze sich stets für das Team ein und übernehme Führungsaufgaben. Mit der U 18-Nationalmannschaft gewann sie 2019 die Europameisterschaft und Anfang des Jahres stieg sie mit Düdenbüttel in die 1. Bundesliga auf. Feick ist sicher, dass Zastrow in den kommenden Jahren eine Leistungsträgerin in der ersten Mannschaft wird. „Sie hat nicht umsonst schon so viel erreicht.“

„Er hat das Potenzial, um in der zweiten oder dritten Liga zu turnen.“

Im vergangenen Jahr belegte Laurin Stelbe beim Sportstipendium Rang vier. Nach einem schwierigen Jahr reichte es dieses Mal für den Turner des TuS Jork zu Rang drei und 500 Euro. Mit Knochenödemen in beiden Füßen drohte Stelbe, die gesamte Saison zu verpassen. Doch der 13-Jährige ließ sich nicht bremsen, turnte unter Schmerzen und sicherte sich die Silbermedaille bei der Deutschen Meisterschaft im Mehrkampf. „Er hat einen eisernen Willen. Er wollte unbedingt trainieren“, sagt Trainer Karsten Kleppien, „ich hätte das nicht durchgehalten.“

Dieses Jahr stoppt Stelbe keine Verletzung, sondern das Coronavirus. Auf Bezirk- und Landesebene sind alle Wettkämpfe abgesagt. Die Mannschaftssaison im Herbst ist davon noch nicht betroffen. Dort soll Stelbe bei den Herren turnen und bei einem möglichen Aufstieg in die Niedersachsenliga helfen. Langfristig traut Kleppien seinem Schützling zu, höherklassig zu turnen. „Er hat das Potenzial, um in der zweiten oder dritten Liga zu turnen.“

Siegerehrung fällt aus

Eigentlich sollten am heutigen Freitagabend bei einer gemeinsamen Veranstaltung in der Sparkasse Stade-Altes Land die Sieger geehrt werden. Wegen des Coronavirus geht dies nicht. Die weiteren sieben Kandidaten erhalten Gutscheine.

Artikel: Lukas Reineke, Stader Tageblatt, 27.03.2020